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Die Kaiservilla von Konz


Kaiservilla von Konz: spätrömische Villa

Lage: Konz, Gartenstraße,

Geographische Koordinaten: (WGS 1984) in Dezimalgrad: lon: 6.575079 lat: 49.695181

Lagequalität der Koordinaten: genau  

Die Kaiservilla von Konz ist eine spätantike römische Villa in Konz im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz.

Die Reste des Baues wurden 1959 beim Bau einer neuen Pfarrkirche entdeckt und ausgegraben, wobei die Badeanlage des Baues schon seit 1867 bekannt war.

Ruinen standen hier bis ins 17. Jahrhundert und sind heute wieder zu sehen. Ein erheblicher Teil der 1959 freigelegten Reste wurde bei den anschließenden Bauarbeiten zerstört.

Das Gebäude umfasste eine Fläche von 84 × 28 m. Zentrum der Anlage war ein großer Saal mit Apsis, von der man einen Blick auf die Saarmündung hatte. Links und rechts schlossen sich diverse Räume an, die um einen Hof gruppiert waren. An den Enden gab es Raumgruppen, die aus der Front heraussprangen (Eckrisalite). Die ganze Front war einst wohl mit Portiken geschmückt. Zahlreiche Räume waren mit »Hypocausten« beheizbar. Der Bau entspricht vom Typ her einer römischen Portikusvilla.

Von der einstigen wohl sehr prachtvollen Ausstattung fanden sich nur noch wenige Reste. Die Wände waren innen und außen bemalt. Es fanden sich Reste marmorner Wandverkleidung und auch die Fußböden waren teilweise mit Marmorplatten belegt.

Die Villa wurde in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts errichtet. Sie war bis mindestens 388 bewohnt und wird in diversen antiken Quellen genannt. Ausonius erwähnt sie in seiner »Mosella« und es gibt Erlasse von Valentinian I., die an einem Ort namens »Contionacum« unterzeichnet wurden. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um diese Villa.

Sichtbar und begehbar sind die noch bis zu 8 Meter hoch erhaltene Westapsis des Kaltbades (frigidarium) mit den Wannenestrichen sowie die östliche Hälfte der moselseitig gelegenen Stützmauer mit der Porticus und dem weit vorspringenden Mittelrisalit sowie der Eingangsseite des großes Mittelsaales.

Von hier erreicht man unter der Kirche den Heizungskeller mit »Praefurnium« und Blick ins »Hypokaustum«.

Reste von Marmorinkrustation, reich bemalte Putzreste und das Fragment eines Diatretglases lassen die Bewohner dieser Villa im Umfeld des kaiserlichen Hofes vermuten.

Offenbar beziehen sich die von Ausonius in seiner »Mosella« (Vers 367 ff.) erwähnten kaiserlichen Mauern, unter denen die Saar in die Mosel mündet, auf diesen Palastbau, in dem dann auch Kaiser Valentinian I. die zu Contionacum im Jahre 371 ausgefertigten Erlasse unterschrieben haben dürfte.


Quelle: Archäologie zwischen Hunsrück und Eifel - Führer zu den Ausgrabungsstätten des Rheinischen Landesmuseums Trier. 1999. ISBN 3-923319-43-6 (Schriftenreihe des RLM Trier Nr. 15). Online-Shop: www.landesmuseum-trier-shop.de, u.a.