Homepage Thomas Abel
 

Saarburg

Saarburg ist eine Stadt im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz und liegt im westlichen Teil des Naturparks Saar-Hunsrück, am Ufer der Saar sowie an der Mündung des Leukbaches. 

Neben dem historischen Kern zählen zum Stadtgebiet die Ortsteile Beurig, Kahren, Niederleuken und Krutweiler. 

Das Landschaftsbild ist abwechslungsreich und reizvoll. Insbesondere der Verlauf der Saar zeichnet sich durch steil abfallende Berghänge, tief eingeschnittene Täler und lang gezogene Umlaufberge aus.

Weinberge prägen das Ortsbild der für den Saarwein bekannten Region. Saarburg gehört zum »Weinbaubereich Saar« im Anbaugebiet Mosel. Im Ort wird von sieben Weinbaubetrieben eine bestockte Rebfläche von ca. 40 ha bewirtschaftet. Etwa 98 % des angebauten Weins sind Weißweinrebsorten.

Bis zum Jahr 1979 waren noch 40 Betriebe im Weinbau tätig und die Rebfläche betrug damals 55 ha. Die bekannteste Lage ist der »Saarburger Rausch«. 

        


Geschichte

Aufgrund vereinzelter Funde ist davon auszugehen, dass sich bereits in vorgeschichtlicher und römisch-fränkischer Zeit Ansiedlungen in Saarburg befanden.

Die eigentliche Geschichte begann mit dem Bau der Burg. Erstmals erwähnt wurde die Saarburg in einem Vertrag vom 17. September 964. Zweck der Vereinbarung war die Errichtung einer Burg – eine der ältesten Höhenburgen im Westen Deutschlands.

Die zwischenzeitlich von Trierer Erzbischöfen als eine bevorzugte Residenz genutzte Burg, wurde baulich im Laufe der Zeit weiter verändert und nach Zerstörungen immer wieder instand gesetzt.

Im Zuge der Religionskriege des 16. Jahrhunderts wurde die strategische Bedeutung der Saarburg als Festung immer größer. Es folgte eine Vielzahl von kriegerischen Auseinandersetzungen um den befestigten Bergrücken, die ihren Tribut forderten.

Seit 1756 wird von einem fortschreitenden Verfall der Burg berichtet. Im Zeichen wachsenden historischen Interesses kaufte die Stadt 1860 schließlich für 325 Taler die Burgruine.

Die ersten Bewohner außerhalb der Burganlage siedelten sich Anfang des 13. Jahrhunderts in Häusern unterhalb der Burg an. 

1291 verlieh König Rudolf von Habsburg (1218 bis 1291) Saarburg zusammen mit den Orten Wittlich, Bernkastel, Welschbillig, Mayen und Montabaur die Stadtrechte.

Um das Jahr 1500 zählte der Ort bereits 100 Feuerstellen, ohne die des Adels und des Klerus. Fischerei, Schifffahrt und Lederherstellung prägten neben dem Weberhandwerk das Wirtschaftsleben.

Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Saarburg zum Kurfürstentum Trier und war seit Mitte des 14. Jahrhunderts Sitz des trierischen Amtes Saarburg.

Durch die Abtrennung des linken Rheinufers an Frankreich wurde die Stadt 1798–1814 Sitz der Verwaltungsbehörde des Kantons Saarburg, der zum Arrondissement Trier im Saardepartement gehörte. 

Nach dem »Wiener Kongress« von 1815 wurde Saarburg am 1. Juli 1816 in der preußischen Provinz Niederrhein eingegliedert, welche 1882 zur Rheinprovinz erweitert wurde. Gleichzeitig erfolgte die Bestellung der Stadt zum Sitz des preußischen Landrats für den Kreis Saarburg.

Am 20. Juli 1946 wurde Saarburg gemeinsam mit weiteren 60 Gemeinden der Landkreise Trier und Saarburg dem am 16. Februar 1946 an Frankreich abgetretenen Saarland angegliedert. 

Am 8. Juni 1947 wurde diese französische Gebietserweiterung bis auf 20 Gemeinden wieder zurückgenommen.  Saarburg kam so zu dem am 30. August 1946 innerhalb der »Französischen Besatzungszone« gebildeten Land Rheinland-Pfalz.

Trotz der Eingemeindungen von Krutweiler am 7. Juni 1969 und Kahren am 7. November 1970 verlor die Stadt durch die Auflösung des Landkreises Saarburg und die Verlegung des Finanzamtes nach Trier ab dem Jahr 1969 an Bedeutung.

Die Geschichte der französischen Garnison Saarburg endete 2010 mit der Räumung des »Quartier de Lattre de Tassigny«. Aus dem französischen Standortübungsplatz entsteht zur Zeit ein »Nationales Naturerbe« 

                   

Sehenswertes in Saarburg

Sehenswert ist der gesamte Altstadtbereich mit der 127 m langen und durchschnittlich 38 m breiten Burganlage.  In der Oberstadt ist besonders der Bereich des Buttermarktes mit seinen über die Leuk führenden Brücken sowie dem imposanten Schauspiel des 18 m in die Tiefe stürzenden Wasserfalls beeindruckend.

Ein weiterer Blickpunkt des lang gestreckten Platzes ist das Gebäude »Am Markt 2«, ursprünglich Gasthof, später Wohn- und Geschäftshaus, heute Bank. Die anschließende Häuserzeile stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert und erstreckt sich entlang des Wasserfalles.

Dieser wird auf der gegenüber liegenden Seite von der ehemaligen »Kurfürstlichen Mühle« eingerahmt, dem heutigen »Amüseum« (städtisches Museum für traditionelle Handwerksberufe und Zünfte). 

Unmittelbar vor der Mühle mit Blick auf den Buttermarkt stand das 1900 abgebrannte alte Rathaus.

Das Wasser der Leuk ergießt sich in den Leukkessel, welcher auf der einen Seite durch die 14,70 m hohe Tümpelsmauer sowie auf der anderen Seite durch das lang gezogenes Gebäude der »Hackenberger Mühle« begrenzt wird. 

Früher wurden dort Getreide, Öl und Lohe gemahlen, heute ist ein Museum darin untergebracht.

Oberhalb des »Buttermarktes« befindet sich die Pfarrkirche »St. Laurentius«. Die ursprünglich auf eine Kapelle aus dem 11. Jahrhundert zurückgehende Kirche wurde im Laufe der Zeit mehrfach baulichen Veränderungen unterworfen.

Weitere sehenswerte Objekte in der Oberstadt sind der »Fruchtmarkt«, das Anfang des 20. Jahrhunderts neu gebaute Rathaus sowie der »Boemundhof«.

Die Unterstadt wird geprägt durch die Gasse »Staden«, in deren Verlauf sich eine Doppelreihe meist kleiner Häuser mit zum Teil spitzen und abgewalmten Giebeln entlang des Saarufers erstreckt.

Am »Alten Markt« erweitert sich die Straße platzartig. Durch das Anwesen »Staden 114«, einem dreigeschossiges Gebäude mit vierachsiger Giebelfront aus der Zeit um 1700, findet »der Platz« seinen Abschluss. 

Aus der bis 2002 betriebenen, traditionsreichen Glockengießerei »Mabilon« ist inzwischen ein Museum geworden, welches über die Kunst des Glockengießens informiert.

Auf steilen Wegen und Treppen gelangt man von der Unterstadt hinauf zur Ruine der alten Saarburg. 

Von der Burganlage aus bieten sich imposante Blicke in alle Himmelsrichtungen, insbesondere auf die weiträumige Flusslandschaft, den Ortsteil Beurig und die Altstadt zu Füßen des Burgbergs.

Zurück gelangt man bergab am »Haus Warsberg« vorbei, dem alten Edelhof der »Freiherren von Warsberg« und ehemals Dienstsitz der kurfürstlichen Verwaltung. Heute befindet sich hier Sitz der Verbandsgemeinde-verwaltung Saarburg.

Im erstmals 1052 urkundlich erwähnten Stadtteil Beurig am gegenüberliegenden Saarufer steht die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Marien, erbaut 1479–1516, zu der die älteste Marien-Wallfahrt des Bistums Trier führt (belegt seit 1304, einer der ältesten marianischen Kultorte in Deutschland). Das Gnadenbild ist eine »Maria lactans« (eine stillende Marienfigur), welche als »Mutter der Barmherzigkeit« verehrt wird.

Das Patrozinium wird an »Maria Heimsuchung« (2. Juli) gefeiert. Am Sonntag nach dem Festtag wird in einer feierlichen Prozession das Gnadenbild von Mädchen durch den Ort getragen (»Beuriger Marientracht«).

Saarburg bietet zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Für kulturell Interessierte sind dies neben Führungen durch die Altstadt auch der Besuch eines der zahlreichen Museen.

Ein Weinlehrpfad durch die stadtnahen Weinberge auf dem 338 m hohen Warsberg bietet ebenso Entspannung wie während der Saison (Ostern bis Oktober) eine Schiffsrundfahrten auf der Saar.

Weitere Attraktionen sind eine Sommerrodelbahn auf dem Warsberg, zu welchem ein Sessellift hinauf führt, und ein Greifvogelpark mit Flugshow.

Eine Vielzahl an sportlichen Betätigungsmöglichkeiten runden das Angebot ab.

Die »Saarburger Markttage« am ersten Wochenende im Juli und das »Saarburger Weinfest« am ersten Wochenende im September ziehen jedes Jahr tausende Besucher nach Saarburg und sind die größten Veranstaltungen in Saarburg. 

Der »Viktorianische Weihnachtsmarkt« in der Glockengießerei lädt an einem Wochenende in der Vorweihnachtszeit zu einer Reise in die Zeit von Reifrock, Zylinder, Frack und Dampfmaschine ein.