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Die Stadt Trier seit Mitte des letzten Jahrhunderts

Zweiter Weltkrieg

Die von den Nationalsozialisten bis 1938 eingerichtete Kemmelkaserne auf dem Petrisberg wurde im Zweiten Weltkrieg zum berüchtigten Kriegsgefangenenlager STALAG XII., in welchem vor allem französische Kriegsgefangene untergebracht wurden.

Die Synagoge wurde in der Reichspogromnacht 1938 von den Nationalsozialisten geschändet und 1944 durch einen Bombenangriff völlig zerstört.

Am 24. Dezember 1944 greifen amerikanische B-26 Bomber die Pfalzeler Brücke an.

Ab September 1944 war die Stadt nicht mehr weit vom Frontverlauf entfernt und wurde fast täglich von amerikanischer Artillerie beschossen. Im Dezember 1944 gab es drei schwere Luftangriffe der Alliierten auf Trier.

Am 19. Dezember warfen gegen 15:30 Uhr 30 britische Lancaster-Bomber 136 Tonnen Sprengbomben über der Stadt ab. Zwei Tage später, am 21. Dezember 1944 gegen 14:35 Uhr, wurden von 94 Lancaster-Bombern und 47 amerikanischen Jagdbombern 427 Tonnen Bomben (Spreng-, Brand- und Napalmbomben) abgeworfen.

Wiederum zwei Tage später, am 23. Dezember, wurden 700 Tonnen Bombenlast auf die Stadt abgeworfen.

Nach Recherchen des Heimatforschers Adolf Welter sind mindestens 420 Menschen bei diesen Dezember-Angriffen in Trier ums Leben gekommen.

Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt. Während des Krieges wurden insgesamt ca. 1.600 Häuser völlig zerstört.

Am Abend des 1. März 1945 startete die ›Task Force Richardson‹ Richtung Trier. Eine klare Vollmondnacht bot günstige Sicht. Vor Mitternacht erreichten sie die Stadt. Eine überraschte Kompanie mit vier Panzerabwehrkanonen kapitulierte ohne einen Schuss.

Richardson teilte seinen Trupp in zwei Hälften auf und schickte beide zu je einer Moselbrücke. Das nördliche Team fand 'seine' Brücke gesprengt vor. Das Kaiserbrücke-Team meldete, dass die Brücke (Römerbrücke) – sie stand seit fast 2.000 Jahren – intakt war.

Colonel Richardson fuhr selber in einem Panzer zur Brücke. Dort wurden seine Männer mit leichten Waffen vom anderen Ufer beschossen. Er richtete Maschinengewehrfeuer von seinem Panzer ans andere Ende der Brücke und befahl einem Infanterie- und einem Panzertrupp, über die Brücke vorzustoßen.

Als die Infanteristen dies taten, rannten ein deutscher Major und fünf Soldaten mit brennenden Detonatoren und einem Zünder auf die Brücke zu. Eine Sprengung der Römerbrücke gelang ihnen aber gottlob nicht mehr. 

Am 2. März 1945 fiel die Stadt ohne schwere Kämpfe in die Hände der Alliierten.

                 


Zeit des Wiederaufbau

Seit 1946 gehört Trier zum Land Rheinland-Pfalz. 1957 wurde die neue Synagoge der jüdischen Gemeinde Trier in der Kaiserstraße eingeweiht.

Ende April 1969 wurde an der »Porta Nigra« die Römerstraße freigelegt.

Im Jahr 1970 wurde die Universität, zunächst als Teil der »Doppeluniversität Trier-Kaiserslautern«, eröffnet. Die Entwicklung Triers zur Universitätsstadt schritt am 1. April 1974 durch die Eröffnung des Studentenwohnheims »Martinskloster« weiter voran.

Im Jahr 1975 wurde die Universität verselbstständigt. 1971 wurde aus den Vorgängerinstitutionen »Staatlichen Ingenieurschule für das Bau- und Maschinenwesen Trier« und der »Werkkunstschule Trier« die Abteilung Trier der Fachhochschule Rheinland-Pfalz gegründet. Seit 1996 ist sie als Hochschule Trier (bis 11. September 2012 Fachhochschule Trier) eine eigenständige Hochschule.

Weitere wichtige Ereignisse in den 1970er Jahren waren die Einstellung der 99-jährigen »Trierischen Landeszeitung« am 31. März 1974 und die Wiedereröffnung des restaurierten Domes am 1. Mai desselben Jahres.

Vom 24. Mai bis 27. Mai 1984 feierte Trier offiziell das 2.000-Jahr-Jubiläum der Stadt.

1986 wurden die Römischen Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Bei Arbeiten zum Bau einer Tiefgarage im Oktober 1988 wurden unter dem Viehmarkt Reste einer römischen Thermenanlage entdeckt.

Am 9. September 1993 wurde bei Ausschachtungsarbeiten für eine weitere Tiefgarage nahe der Römerbrücke ein Schatz mit 2.558 römischen Goldmünzen gefunden. Er hat einen geschätzten Wert von 2,5 Millionen Euro.

Beim Jahrhunderthochwasser der Mosel erreichte der Pegelstand am 23. Dezember 1993 eine Rekordmarke von 11,28 m. Der Stadtteil Pfalzel entging nur knapp einer Überschwemmungskatastrophe.

Vom 22. April bis 24. Oktober 2004 fand die Landesgartenschau auf dem Petrisberg statt, die von 724.000 Gästen besucht wurde.

Einen weiteren Fund römischer Zeugnisse machte man im April 2006, als bei Abbrucharbeiten für den Neubau eines Geschäftshauses in der Innenstadt Reste von Gebäudemauern gefunden wurden.