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Die Römer in unserer Region

Ihren Namen hat die Mosel nicht, wie man glauben könnte von den Römern, sondern bereits von den Kelten bekommen. Die Kelten haben schon ab 500 vor Christus erste Siedlungen in der Region errichteten. Sie nannten den Fluss »Mosea«. Den wichtigsten Keltenstamm bildeten die »Treverer«.

Als die Römer unter Cäsar in den gallischen Kriegen immer weiter vorrückten, besetzten sie auch die Moselregion und gliederten das eroberte Gebiet in die römische Provinz »Gallia Belgica« ein. 

Den keltischen Namen »Mosea« für den Fluss, der ihnen als wichtige Schifffahrtsstraße diente und dessen Uferzonen ihnen als Weinanbaugebiete wie geschaffen schienen, latinisierten sie in »Mosella«.

Nach anfänglicher Auflehnung und vielen Kämpfen zwischen Römern und Treverern, unterwarf sich der keltische Stamm schließlich den Eroberern. 

Die wichtigste Moselmetropole der Römer wurde Trier, von Kaiser Augustus als »Augusta Treverorum« im Jahre 16 vor Christus gegründet. Trier gilt damit als älteste Stadt auf deutschem Boden, was viele steinerne Zeugnisse aus römischer Zeit belegen. 

        

Weinregion und Wasserstraße

Unter römischer Herrschaft entstanden viele Kelterbetriebe für die Herstellung von Wein, aber auch wichtige Manufakturen und landwirtschaftliche Betriebe, die »Villae Rusticae«. Reste solcher römischer Ansiedlungen, Höfe und Betriebe, findet man heute entlang der Mosel in großer Zahl.

Die Römer nutzten den Fluss als wichtige Wasserstraße, die es ihnen ermöglichte, Truppen, Wein und Waren weit in den Norden zu transportieren. Dazu gehörte auch der Moselschiefer, mit dem die Römer die Dächer ihrer Häuser deckten.

Mit den Produkten aus Agrarbetrieben und Manufakturen sollten nicht nur die weiter nördlich gelegenen Legionen und Siedlungen versorgt werden, mit ihnen wurde auch reger Handel mit befreundeten Gallier- und Germanenstämmen betrieben.

Für die Römer hatte die Mosel auch eine große strategische Bedeutung. Der Fluss war eine sichere Grenze zu den noch nicht eroberten germanischen Gebieten. 

Für die Germanenstämme war die breite Mosel ein fast unüberwindbares Hindernis. Die Römer, als Meister der Baukunst, errichteten von ihrer Seite aus gut gesicherte Brücken, die über die Mosel führten. In Trier ist eine dieser Römerbrücken noch erhalten.

Eine in Stein gemeißelte römische Galeere mit Besatzung und großen Weinfässern an Bord.

Die Nachbildung eines römischen Weinschiffes, das - in Stein gehauen - ein Römergrabmal bei Neumagen schmückte, ist ein wichtiger archäologischer Hinweis auf die Nutzung der Mosel als Wasserstraße. Mit solchen Galeeren befuhren die Römer den Fluss.

Die römischen Schiffe hatten eine Länge von bis zu 50 Metern, einen Tiefgang von nur 40 Zentimetern und verfügten über eine Zuladungsmöglichkeit von sechs Tonnen. Mit der Strömung wurden diese Galeeren von einer Rudermannschaft angetrieben, gegen die Strömung mussten sie getreidelt, also vom Ufer aus mit Seilen gezogen werden.

Vom Mittelmeer kommend, konnten die Römer die Flüsse Rhône und Saône befahren. Richtung Norden nutzten sie die Mosel und den Rhein als durchgängige Wasserstraßen.

Da es jedoch keine Wasserverbindung zwischen der Saône und der Mosel gab, mussten die Schiffe bei einem Zwischenstopp entladen werden. Erst nach einem beschwerlichen Landweg über die Vogesen konnten Truppen, Waffen und Güter bei Épinal wieder den Weg per Schiff über die Mosel antreten.        

Durch den Bau eines Kanals wollten die Römer dieses Transportproblem lösen. Vollendet wurde das Projekt jedoch nicht. Die einfallenden Germanen machten den Römern einen Strich durch die Rechnung. 

Foto: Carla Tavares