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Römerstraßen in unserer Region

Römerstraße Trier-Metz

Abschnitt Stadtbredimus - Dalheim - Leymillen

Die große römische Fernstraße von Trier nach Metz überquerte in Stadtbredimus die Mosel. Sicherlich erfolgte die Ortswahl der Moselquerung aufgrund der vorhandenen alten keltischen Wege, welche durch eine Furt mit Hinweisen auf die Bronzezeit und einer Brücke aus den Jahren um 122 vor Chr. vorgezeichnet waren.

Die römische Fernstraße, von der heute kaum noch Spuren vorhanden sind, verlief nach der Moseldurchquerung weiter in Richtung Dalheim, dem römischen »Ricciacum«.

Die alte Römerstraße führte weiter nach Filsdorf. Vom östlichen Ortsrand setzt sie sich dort wieder in schnurgerader Richtung auf der Trasse einer heute noch befahrenen Straße nach Leymillen fort.

Sie überquert die Straße Altwies – Aspelt in gerader Linie und führt über die Victor-Hugo-Brücke über die Grenze nach Frankreich. 

Ein kurzes Stück bildete hier die alte Römerstraße offensichtlich die Grenze Luxemburg / Frankreich. Im Bereich des Aalbachtales mit seinen relativ großen Höhenunterschieden waren in der Vergangenheit sicherlich vermehrt Wegeumlegungen notwendig.

Wahrscheinlich wurde auch das Aalbachtal bei Leymillen durch die Trasse der alten Römerstraße an verschiedenen Stellen überwunden. Von Leymillen (Lux.) aus führt die Altstraße nach Frankreich und dann in schnurgerader Richtung nach Boust - Hettange-Grande - Thionville – Metz. 

           

Römerstraße Trier-Metz

Abschnitt Trier – Konz

Das hoch interessante Trier mit vielen sehenswerten Kulturdenkmälern, heute die älteste Stadt Deutschlands, lag ursprünglich an einer Furt durch die Mosel, die spätestens seit der Bronzezeit begangen wurde.

Nach der Gründung der Colonia Augusta Treverorum (Stadt Trier) und der Festlegung des Straßennetzes wurde das schnell wachsende Zentrum um 41 nach Chr. durch einen festen Brückenbau in das Verkehrsnetz eingebunden.

Auf einem Rost von eingerammten Eichenpfählen standen Pfeiler aus Kalkstein. Balken und Bohlen trugen die Fahrbahn.

Um 140 nach Chr. baute man nur wenige Meter daneben die noch heute in Betrieb befindliche Römerbrücke über die Mosel.

Zu Beginn des 4. Jhdt. machte der römische Kaiser Konstantin der Große, Trier zur zweiten Hauptstadt des römischen Reichs und verschaffte der Stadt erhebliche Bedeutung, die sich in zahlreichen historischen Gebäuden heute noch zeigt. 

Konstantin hat das Christentum als Staatsreligion anerkannt. Er hat im Jahre 307 seine Frau Feista wahrscheinlich in Trier geheiratet. Seine Mutter, die Heilige Helena hat die Reliquien des Heiligen Matthias beschafft und nach Trier bringen lassen.

Die Römerstraße verlässt das Zentrum von Trier über die Matthiasstraße an deren Anfang, zu römischen Zeiten ein Stadttor stand. Die Altstraße verläuft über die Matthiasstraße direkt zur Matthiaskirche und weiter nach Metard. 

            

Römerstrassen im Saarland 

Vier römische Straßen von überregionaler Bedeutung kreuzten das Saarland:

  • Die Straße von Metz nach Trier folgte der Mosel und verlief über den Saargau bei Borg.
  • Die Straße von Metz nach Mainz überquerte die Saar bei Pachten und führte über Tholey.
  • Die Straße von Metz nach Worms ging über Saarbrücken und Schwarzenacker.
  • Quer zu diesen drei Straßen verlief die Straße von Saarburg (Lothringen) nach Trier, die weitgehend an der Saar entlang verlief. 

      

Daneben gab es zahlreiche »Querverbindungen«, etwa von:

(Auswahl, nicht vollständig!) 

  • Schwarzenacker nach Tholey und weiter nach Trier
  • Saarbrücken - Mainz
  • Metz - Saarbrücken - Worms
  • Trier - Saarbrücken
  • Schwalbach - Oberthal
  • Saarbrücken - Merchweiler
  • »Wareswald« - Ottweiler
  • Blieskastel - Hornbach

       


weitere Beispiele:

Die »Agrippa«-Straße Lyon-Köln

Namenlos blieb die Fernstraße von Lyon bis Köln. Diese älteste Fernstraße links des Rheins war zunächst eine Militärstraße, sie führte von Lyon über Dijon, Metz und Trier nach Köln. Sie wurde von Marcus Vipsanius Agrippa, Statthalter in Gallien, während einer seiner Amtszeiten (39/38 und 20/19 v.Chr.) gebaut. 

In Frankreich, aber auch in der Eifel und der Voreifel sind einige Teile auch heute noch zu sehen. Diese Straße ist ziemlich gründlich erforscht worden. 

In den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts veröffentlichte Josef Hagen Texte über die »Römerstraßen der Rheinprovinz«. Die Rheinprovinz umfasste das heutige nördliche Gebiet von Rheinland-Pfalz und das südliche von Nordrhein-Westfalen, also Teile der späteren »germania superior« und der »germania inferior«. In der Einführung Hagens heißt es: »Bauart und Gefüge der Römerstraßen der Rheinprovinz zeigen die größte Mannigfaltigkeit.«  

        

Die »Rheintalstraße« von Mailand nach Köln

Nur wenig später wurde eine Straße gebaut, über die unter der Bezeichnung »Rheintalstraße« Informationen im Internet gefunden werden können. Tatsächlich führt sie von Mailand nach Köln und weiter bis an die Nordsee.

Sie führt durch die Alpen über den Großen-St.-Bernhard-Pass über Martigny, Augst, Straßburg, Speyer, Worms, Mainz, Bingen, Koblenz und Bonn nach Köln.

Im Gegensatz zur Eifel-Straße finden wir also große – heutige – Städte und große römische Siedlungen an ihrem Weg. Zu Zeiten des Beginns des Straßenbaus waren die beiden Germania-Provinzen noch Militärbezirke. Und Augst und Köln waren noch nicht »coloniae«.     

Insgesamt wird die Länge der Römerstraßen auf etwa 80.000 bis 100.000 km geschätzt, nicht mitgerechnet die zahlreichen kleinen Privatstraßen.