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Die Straßen der Kelten und der Römer

Schon lange bevor Römer Wege und Straßen in unserer Region befestigten, entstanden eine Reihe von Handelswege in Deutschland, welche von den Kelten der Latènezeit für Ihre ausgedehnten Handelsreisen genutzt wurden.  


Das schnelle Vordringen auf germanische Gebiete durch römischen Legionen wären ohne die bereits vorhandenen Wege in dieser Form nicht möglich gewesen. Die vorhandenen Straßen und Wege, welche von den Kelten angelegt worden sind,  wurden häufig durch die Römer überbaut und als römische Straßen befestigt.  

Auch jenseits des Limes, auf germanischem Gebiet, lassen sich von Römern befestigte Wege finden. Oftmals wird behauptet, erst die Römer  hätten die unzugänglichen Gebiete erschlossen, indem sie Schneisen in die Wälder geschlagen und Wege und Straßen angelegt hätten. 

Dies ist jedoch so nicht richtig. Vielmehr waren diese Wege und Straßen seit Jahrhunderten in Benutzung.

Es existierte bereits vor den Römern eine Infrastruktur mit befestigten Städten (Oppdia) und ein hervorragendes Wege- und Handelsstraßennetz, über das neben alltäglichen Waren des Alltags (u.a. Salz & Eisenwaren) hochwertige Handwerksstücke und andere Kostbarkeiten gehandelt wurden. 

Vergleicht man die Römerstraßen mit den alten Keltenwegen, sind diese oftmals konkruent. 

Die zentralen Orte an der Mosel, die somit auch das Wegenetz bestimmten, sind Trier und Metz. Seit den letzten vorchristlichen Jahrhunderten siedelten Angehörige des keltischen Stammes der Treverer im Gebiet der Eifel und des Hunsrücks, insbesondere auch  auf dem Gebiet des heutigen Trier.   

Übergeordnete Wege sind der Höhenweg über die Eifel westlich der Kyll (Trier  - Bitburg - Neuss) mit Abzweigen nach Bonn, Wesseling und Köln und der Hunsrückhöhenweg, der von Trier aus über Belginum nach Boppard verläuft, mit Abzweigen in Richtung Lorch, St. Goar und Koblenz.   

Etwas südlich davon befinden sich, wie auf einer Kette aufgereiht, eine Reihe von Ringwällen, darunter auch so berühmte Oppida wie Otzenhausen (sog. Hunnenring) und Bundenbach.

In Verbindung mit dem Ringwällen im Taunus (Altkönig, Heidetränk, Bleibeskopf) bildete dieser Wege die direkteste Verbindung vom Mittelmeer an die Elbe (entlang des Rhône- und Saônetals, über Metz und die Hunsrück- und Taunushöhen, dem nördlichen Vogelsberg und Thüringen in den Magdeburger Raum und zu den Salinen bei Halle).  

Weiter südlich gab es die Verbindungen Metz - Tholey - Bingen bzw. Metz - Saarbrücken - Donnersberg - Alzey - Mainz - Vogelsberg (Fürstensitz am Glauberg) mit dem Ziel Thüringen und sächsische Elbe (heutiger Dresdener- und Leipziger Raum), ein Gebiet welches schon in der Bronzezeit durch die Aunjetitzer Kultur besiedelt war (Himmelsscheibe von Nebra).   

Ein besonderer Weg ist die Marseiller Straße, die entlang der Rhône und Saône über Lyon - Metz - Trier - Neuwied bis an die Nordsee (Ems-Mündung im Jadebusen) führte.

In Trier kreuzte sich dieser Weg mit der Pariser Straße, die über das Oppidum Titelberg  - Luxemburg (Das Gebiet der heutigen Stadt Luxemburg war zu dieser Zeit lediglich ein befestigter Signalposten) - Trier über die spätere Via Ausonia nach Lorch und von dort über den Taunus und Vogelberg nach Thüringen führte.  

Keltische Pferdegespanne

Am Schnittpunkt beider Straßen, zu Füßen eines 30 v. Chr. errichteten und nach wenigen Monaten wieder aufgegebenen Militärlagers auf dem Petrisberg, gründeten die Römer spätestens im Jahre 16 v. Chr. die Stadt Augusta Treverorum (Stadt des Augustus im Land der Treverer).   

Die Römer bauten die bestehenden Wege weiter aus, bauten Brücken und markierten die Straßen entsprechend mit Wegweisern und Kilometer-steinen (sog. Leugensteine) und errichtete eine prächtige Stadt. 

Trier entwickelte sich zu einem bedeutenden Verwaltungszentrum. Bis zum 1. Jahrhundert n. Chr. war es zur Residenz des procurator - des kaiserlichen Verwalters - aufgestiegen, der für die finanzielle Organisation der Provinzen Gallia Belgica, Germania inferior und Germania superior verantwortlich war. 

Unter Kaiser Claudius kam der Zusatz „Colonia“ ((an Rom gebundene Stadt) hinzu und die Stadt hieß nunmehr Colonia Augusta Treverorum.

Bauwerke wie die Barbarathermen, das Amphitheater und die 6,4 Kilometer lange Stadtmauer mit dem bis heute erhaltenen nördlichen Stadttor, der Porta Nigra, zeugen vom Reichtum und von der großen Bedeutung, die die Stadt bis zum Ende des 2. Jahrhunderts erlangte.  

In der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts wurde Trier Bischofssitz. Von 293 bis 392 war die nun Treveris genannte Stadt eine der Residenzen der römischen Kaiser im Westen. Unter der Herrschaft Konstantins des Großen (306–337) wurden Gebäude wie die Palastaula (die heutige Konstantinbasilika) und die Kaiserthermen errichtet.   

Ab 318 war Trier Sitz der Gallischen Präfektur, einer der zwei obersten Behörden im Westen des Römischen Reiches. Trier war mit 80.000 bis 100.000 Einwohnern die größte Stadt nördlich der Alpen. (siehe hierzu auch die Seite »Trier«). 

In der Rangordnung der zwanzig bedeutendsten Städte des Reiches stand Trier (um 388) an der sechsten Stelle. Die Stadt blühte als wirtschaftliches, administratives und religiöses Zentrum bis zu ihrer Zerstörung durch die Franken im frühen 5. Jahrhundert.

                        

Quelle: Bernhard Schwade, www.altwege.de