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Die Benediktinerabtei Mettlach

Die »Abtei Sankt Peter und Maria« in Mettlach war ein Benediktinerkloster und wurde Ende des 7. Jahrhunderts gegründet. Die während der Französischen Revolution aufgegebenen Klostergebäude beherbergen heute die Hauptverwaltung der Firma Villeroy & Boch.

Foto: © Thomas Johannes

   

Geschichte 

Ende des 7. Jahrhunderts gründete der fränkische Adlige Lutwinus die Abtei Sankt Peter und Maria als Doppelkloster an der Stelle des heutigen Ortes Mettlach und trat in das Kloster ein, welches der Benediktinerregel unterstellt war. 

Lithographie aus dem Jahr 1863

Als Liutwin Bischof von Trier (697-715) wurde (zudem auch Bischof von Reims (717) und Bischof von Laon), ergab es sich über mehrere Jahrhunderte hinweg, bis ins 10. Jahrhundert hinein, dass der Trierer Bischofsstuhl und die Leitung der Abtei Mettlach in Personalunion besetzt wurden. 

Bereits 757/768 brachte Lantbert, ein Verwandter Liutwins und Stammvater der Guidonen, das Kloster Mettlach in seinen Besitz. 

       

Die Karolinger und die Abtei Mettlach 

Wappen der Abtei

782 wies Karl der Große die daraus abgeleiteten Ansprüche von Lantberts Söhnen, darunter Guido von Nantes, auf Mettlach ab. Danach übten im 9. Jahrhundert die Karolinger königliche Rechte in Mettlach aus, vor allem Kaiser Lothar I.. Dieser setzte zu Beginn seiner Herrschaft den Grafen Guido von Spoleto, den Enkel Guidos von Nantes, in den Besitz des Klosters.

Nach dem Ende des karolingischen Herrscherhauses war die Abtei Mettlach ein Eigenkloster des Bistums. 

Die Personalunion endete, als Bischof Ruotbert von Trier (931-956) dem Kloster die freie Abtwahl zugestand. Ruotbert war es, der eine bislang auf den Trierer Dom gerichtete Pfingstprozession aus dem Südosten der Diözese nach Mettlach umleitete und so die Tradition Mettlachs als Wallfahrtsort begründete. 

Um 990 baute Abt Lioffin eine Marienkirche als Grabkirche des Gründers. Die Kirche in Form eines Oktogons, nach dem Vorbild des Aachener Doms, ist heute als der »Alte Turm« bekannt und stellt das älteste Bauwerk des Saarlandes dar. 

Der romanische Bau und eine in den 1220er Jahren erworbene Kreuzreliquie sind Zeugnisse der Bedeutung der Abtei im Mittelalter. Darüber hinaus sind es vor allem die aus Mettlach stammenden Schriften sowie der Briefwechsel mit Gerbert von Aurillac, dem späteren Papst Silvester II., die von Mettlachs Stellung in dieser Zeit zeugen. 

Im Jahr 1468 trat die Abtei unter Abt Arnold de Clivis der »Bursfelder Kongregation« (von ›congregare‹‚ → sich versammeln) bei und verblieb in diesem Klosterverband formell bis zu dessen Auflösung im Jahr 1802. 

Im 18. Jahrhundert erfolgte die Errichtung der spätbarocken Abteigebäude durch Johann Bernhard Trabucco und Christian Kretzschmar. Der Neubau der Klosterkirche wurde vor der Auflösung des Klosters nicht mehr fertiggestellt. 

Die Französische Revolution, vor allem der »Erste Koalitionskrieg« ab 1792 bedeuteten für das Kloster Mettlach das Ende. 1793/94 wurde die Abtei verlassen und aufgegeben. 

Keramikmaler bei der Arbeit, Ende 19. Jhdt.

Die aus dem 18. Jahrhundert stammenden heutigen Abteigebäude wurden 1802 im Zuge der Säkularisation zu französischem Nationaleigentum erklärt. Danach wurde das gesamte Anwesen an den Papierfabrikanten Leistenschneider aus Trier verkauft. 

Von diesem erwarb im Jahr 1809 Jean-François Boch, der zur dritten Generation der Boch´s gehörte, das stark zerstörte Gebäude und setzte es instand. Dabei ließ er es teilweise zu einer Fabrik umbauen.            

Das Gebäude beherbergt bis heute den Hauptsitz der Firma Villeroy & Boch. Am 13. August 1921 wurden die Gebäude durch einen Großbrand schwer beschädigt. 


Titelfoto: © Thomas Johannes