Die Münzen der Römer

Die Münzen der Römer

Decussis

Der »Decussis« (lat. decem, dt. zehn) ist die moderne Bezeichnung für eine gegossene Bronzemünze, die während der römischen Republik geprägt wurde. Diese Münze hat den Wert von zehn Assen. Der altertümliche Name dieser Münze ist nicht erhalten.

Der Decussis spielte wahrscheinlich nie eine Rolle in der römischen Münzpolitik und wurde bereits kurze Zeit nach der Herausgabe durch den Denar ersetzt. Er wurde vermutlich zeitgleich mit dem Quincussis etwa im Jahr 215 v. Chr. zum Ende der Aes Grave eingeführt. 

Der Decussis ist das größte Nominal der römischen Schwergeldmünzen. Bisher wurde nur ein einziger Typ dieser Münze gefunden, der in Rom geprägt wurde. 

Auf dem Avers (die Vorderseite) ist der Kopf der Göttin Roma abgebildet, dahinter steht das Wertzeichen »X« (die römische Bezeichnung für die Zahl zehn). Auf dem Revers (der Rückseite) findet sich eine nach links weisende Prora, über der das Wertzeichen steht.

         

Quincussis

Der »Quincussis« (lat. quinque, dt. fünf) ist die moderne Bezeichnung für eine gegossene Bronzemünze, die während der römischen Republik geprägt wurde. Diese Münze hat den Wert von fünf Assen. Der altertümliche Name dieser Münze ist nicht erhalten.

Der Quincussis spielte wahrscheinlich nie eine Rolle in der römischen Münzpolitik und wurde bereits kurze Zeit nach der Herausgabe durch den Denar ersetzt. Er wurde zeitgleich mit dem Decussis zum Ende der Schwergeldzeit eingeführt. 

Bisher wurde nur ein einziger Typ dieser Münze entdeckt, der auf etwa das Jahr 215 v. Chr. datiert wird, gefunden. Von diesem Typ wiederum wurde bis heute nur ein einziges Exemplar gefunden. Auf dem Avers ist der Kopf der Göttin Roma abgebildet, darüber steht das Wertzeichen »V« (die römische Bezeichnung für die Zahl fünf). Auf dem Revers findet sich eine nach links weisende Prora, über der das Wertzeichen steht.

       

Tressis

Der »Tressis« (lat. tres, dt. drei) ist eine römische Bronzemünze und entspricht dem dreifachen Wert eines Asses.

Diese Münze wurde während der Zeit der römischen Republik insgesamt nur zweimal geprägt, das erste Mal um das Jahr 260 v. Chr., das zweite Mal um das Jahr 215 v. Chr.. Beide Typen wurden in Rom geprägt.

Das Wertzeichen dieser Münze sind drei senkrechte Striche, von denen jedes den Wert eines Asses darstellt. Auf dem Avers findet sich ein nach rechts blickender Kopf der Göttin Roma und das Wertzeichen. Auf dem Revers ist auf dem älteren Typ ein Rad mit sechs Speichen und dem Wertzeichen, auf dem jüngeren Typ eine Prora und das Wertzeichen zu erkennen.

Nach der Einführung des Denars wurde diese aufgrund ihrer Größe umständliche Währungseinheit abgeschafft.

        

Dupondius

Der »Dupondius« war eine römische Münze im Wert von zwei Assen. In der frühen Republik hatte er noch ein Gewicht von zwei römischen Pfund (655 Gramm), wurde aber im Laufe der Zeit handlicher und schrumpfte in der späten Republik auf ihr späteres Gewicht von unter 17 Gramm.

Marcus Antonius versah die Münze erstmals mit einem Wertzeichen, indem er auf die Rückseite ein B schlagen ließ. So konnte man sie besser von den etwa gleich großen Assen unterscheiden.

In der frühen Kaiserzeit wurde als Unterscheidungsmerkmal das Münzmaterial gewählt. Während Quadrans und As in einer stark kupferhaltigen Bronze geschlagen wurden, waren die Ausführungen der Dupondien und Sesterze in Messing gehalten.

       

Dupondius des Trajan

Seit den Flaviern (69–89 n. Chr.) wurden die Münzen wieder mit Wertzeichen versehen. Das Doppelstück des As trug von nun an die Strahlenkrone auf dem Haupte des Herrschers, beziehungsweise eine Mondsichel, wenn es sich um ein weibliches Porträt handelte.

Anfang des 3. Jahrhunderts wurde die Prägung von Dupondien aufgrund der hohen Inflation eingestellt.

      

As

Der »As« ist das Grundnominal der römischen Währung vor der Denareinführung um 211 v. Chr. Er stand ganz allgemein für einen ganzen Gegenstand, eine Erbschaft (res ex asse), einen Acker oder ein einheitliches Besitztum. Er konnte aber trotzdem auch bei Bedarf oder Notwendigkeit in Zwölfteln (in Unzen) geteilt oder auch als »mehrfaches« Ganzes vorliegen.

Die As war im europäischen Mittelalter und der Frühneuzeit außerdem eine kleinste Unterteilung von Mark (Gewicht) und Pfund (siehe z.B. holländische As).

      

Entwicklung der Münzeinheit

Wie bei der Entstehung vieler alter Währungen ging die Entwicklung dieser römischen Münze auf eine Gewichtseinheit zurück. Die Urform des nord- und mittelitalienischen As, das Aes Grave, wog anfangs exakt ein römisches Pfund (libra) und damit etwa 327,45 Gramm.

Die ersten runden As-Münzen sollen nach Theodor Mommsen schon 451 v. Chr. durch die Decemvirn, nach Ernst Justus Haeberlin um 338 v. Chr. in den Verkehr gebracht worden sein. Heute geht man eher von etwa 289 v. Chr. aus, was zeitlich mit Errichtung der offiziellen Münzstätte beim Tempel der Göttin Juno Moneta in Rom zu tun haben soll.

Sein ältester Vorläufer, das »Aes rude« um etwa 1.500...400 (300) v. Chr., war noch ein »rudimentärer«, roher Kupfer- oder Bronzegussregulus von etwa 2 bis 2.500 g ohne standardisiertes Gewicht und Material und ist wahrscheinlich als Privatgeld anzusehen.

Es wurde beim Bezahlen von Waren entsprechend abgewogen bzw. kleinere Teile von einem größeren Stück abgeschlagen und diese zugewogen. Solche Bezahlformen gab es später noch im Mittelalter, z. B. beim Hacksilber oder auch beim Rubel, und sogar noch in Südost-Asien bis ins frühe 20. Jahrhundert – hier allerdings in Form von Silber- oder Goldkörnchen, als Granulat.

Die Zwischenform, das »Aes signatum« des 4. und 3. Jahrhunderts v. Chr. war schon vom Material her – zumindest bei gleicher Guss-Charge – ein standardisierter Bronzebarren in Ziegelform. Er trug meist beidseitige Abbildungen von Tieren, wie Rind, Schwein, Hühner (was offenbar symbolisch für pecunia (lat.; dt. Vermögen [an Vieh]) stand) oder auch nur Abbildungen ritueller Gegenstände, wie Dreizack, Heroldstab oder Opferschale mit zusätzlichen Ornamenten.

Als Münzmetall wurden für den As im Laufe der Zeit verschiedene Kupfer- und Bronzelegierungen verwendet.

Während die frühen, runden Aes grave-As-Münzen noch den Gegenwert der getauschten Waren darstellten, also Kurantmünzen waren, sanken sie bereits in der späten Republikzeit langsam zu Kredit- oder Scheidemünzen herab.

Der As als »Aes grave« wandelte sich von einer ursprünglich eigenständigen Bronze- bzw. Kupfer-Kurantmünze Nord- und Mittelitaliens der Republikzeit zu einer Scheidemünze (innerer Münz-Metallwert geringer als ihr gesetzlich aufgeprägter Währungsnominalwert) innerhalb eines gesamtrömischen – noch anfänglichen – kaiserlichen Gold-Silber-Währungssystems.

Auch die Herstellungstechnik des As änderte sich mit den Gewichts- und Größenreduktionen vom Vollguss- hin zum Prägeverfahren, wobei die relativ schweren As-Schrötlinge (Ronden, Platten) allerdings noch sehr lange Zeit gegossen wurden, was auch für den Denar oder den Aureus galt.

Unter Augustus nahm die As-Münze ihre in der Kaiserzeit gängige Form und Größe (ca. 23–27 mm und rund 10–12 g) an und hatte dann etwa das Gewicht von einer frühen Uncia kurz nach 289 v. Chr.

Der Wert der Münze blieb während des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr. noch recht stabil. So berichtet Sueton, dass man für den Gegenwert von 2 Assen seinen täglichen Lebensunterhalt bestreiten konnte. Auch unterschiedliche Ausprägungen in Form, Gewicht und Münzmetall (Bronze, Messing) beeinflussten ihren Wert als Scheidemünze innerhalb des römischen Reichs nur kaum.

Wie die meisten Münzen der späten römischen Kaiserzeit wurde auch der As Opfer der galoppierenden Inflation. Diese setzte verstärkt schon am Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. parallel zum Verfall des Denars ein. Der As verschwand dann um 275 n. Chr. von der Bildfläche.

Die Bezeichnung »As(s)« lebt heute im Namen der höchsten Spielkarte in vielen Kartenspielen weiter.

Auch die Wertbezeichnungen des Spielwürfels leitet sich von römischen Münzen ab: Uncia (*), Sextans (**), Quadrans(***), Triens(****) und Quincunx(*****) hatten Wertpunkte eingeprägt, die im Bild den heutigen Seiten eines Spielwürfels entsprechen.

                  

Dextans

Der »Dextans« ist eine Bronzemünze, die zur Zeit der Römischen Republik geprägt wurde.

Der Dextans spielte keine große Rolle im römischen Münzwesen. Sein Wert beträgt 10 Unciae. Dieser Wert setzt sich zusammen aus den vier Wertkugeln, die auf dem Revers zu erkennen sind (jede Wertkugel steht für eine Uncia) und dem Zeichen »S«, das sich auch auf den Semis finden lässt. Das »S« steht für ein halbes As, also für 6 Unciae.

Insgesamt wurden vom Dextans bisher nur vier Typen gefunden, die alle um das Jahr 210 v. Chr. geprägt wurden. Danach wurde die Prägung dieses Nominals eingestellt.

Auf dem Avers ist bei allen Typen ein nach rechts blickender Kopf der Ceres zu sehen, auf dem Revers die Göttin Victoria zu in einer nach rechts fahrenden Quadriga zu erkennen, darüber steht das Münzmeisterzeichen, darunter »Roma« und die Wertzeichen.

        

Dodrans

Der »Dodrans« ist eine Bronzemünze, die während der Zeit der römischen Republik geprägt wurde.

Der Dodrans spielte keine große Rolle im Münzwesen der Römer. Sein Wert beträgt 9 Unciae. Dieser Wert setzt sich zusammen aus den drei Wertkugeln, die auf dem Revers zu erkennen sind (jede Wertkugel steht für eine Uncia) und dem Zeichen »S«, das sich auch auf den Semisses finden lässt. Das »S« steht für ein halbes As, also für 6 Unciae.

Insgesamt wurden vom Dodrans bisher nur zwei Typen gefunden, die alle um das Jahr 125 v. Chr. geprägt wurden. Die erste Prägung fand unter dem Münzmeister Marcus Caecilius Metellus statt, die zweite unter Gaius Cassius Parmensis. Danach wurde die Prägung dieses Nominals eingestellt.

Auf dem Avers ist bei allen Typen die nach rechts blickende Büste des Vulkan zu sehen, der eine lorbeerbekränzte Kappe trägt und Zangen über der Schulter hat; auf dem Revers eine nach rechts weisende Prora, darüber steht der Name des Münzmeisters, darunter »Roma«. Vor der Prora stehen die Wertzeichen.

        

Semis

Der »Semis« (lat. »ein halber«) ist eine altrömische Maßeinheit.

Er kommt als Gewicht (½ libra = 163,7 g), als Längenmaß (½ pes = 148 mm) und als Flächenmaß (½ iugera = 1.260 Quadratmeter) vor.

Als römische Kupfermünze entspricht er einem halben As. Die Prägung wurde schon im 1. Jahrhundert n. Chr. eingestellt.

       

Wertigkeiten der Münzen(Kaiserzeit)

  • Aureus (Gold) = 25 Denare (Silber)
  • Denar = 4 Sesterze (Messing)
  • Sesterz = 2 Dupondien (Messing)
  • Dupondius = 2 Asse (Kupfer/Bronze)
  • As = 2 Semes (Messing)
  • Semis = 2 Quadrans (Kupfer/Bronze)

          

Quincunx

»Quincunx« ist der Name der Anordnung von fünf Punkten, wie sie üblicherweise auf Würfeln, Spielkarten oder Dominosteinen zu finden sind. Der Name leitet sich von einer römischen Münze ab.

Der Quincunx hatte fünf Wertpunkte geprägt, daher steht das Wort auch für zwei Begriffe:

  • Fünf Punkte
  • Fünf Zwölftel – in der Astrologie nennt man so einen Aspekt von 150° (5/12 eines Vollkreises von 360°)

       

Die Münze

Das Wort kommt von lateinisch quinque (dt. fünf) und uncia (dt. Unze), einer Münzeinheit von einem zwölftel As. Die eher seltene Münze hatte also einen Wert von 5/12 As und diente als Ausgleichsmünze zu der Währung ostitalischer Stämme, deren Münzsystem dezimal geteilt war. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts in Apulien, etwa in Luceria und Venusia als Bronzemünze geprägt.

Der Uncia hatte einen Wertpunkt geprägt, der Quincunx fünf.

      

Das Muster

Das Quincunx-Muster ist eine in vielen Kulturen zu findende, intuitiv einfache Anordnung von fünf Punkten. Es findet in diverse philosophischen Betrachtungen Eingang.

     

Verwendung in der Architektur

Das sogenannte Mailänder Schema bezeichnet in der Architektur einen Grundrissplan, der das geometrische Prinzip der quincunx aufgreift. Dabei wird die Grundrissgestalt eines griechischen Kreuzes mit Zentralkuppel so in ein Grundquadrat einbeschrieben, dass der Grundriss in den Diagonalachsen, zwischen den Kreuzarmen, durch vier Nebenkuppelräume erweitert wird.

     

Triens

Der »Triens« ist eine römische Bronzemünze. Ihr Wert entsprach dem dritten Teil des Asses, also vier Unciae.

Die Vorderseite (das Avers) zeigt in der Regel einen Minervakopf mit korinthischem Helm, die Rückseite (der Revers) eine Prora und den Schriftzug »ROMA«. 

Die Wertangabe wird auf beiden Seiten in Form von Punkten angezeigt. Die Einheit ist auch unter dem Namen »Ternarius« überliefert.

Irrtümlich wird die Bezeichnung »Triens« gelegentlich auch für eine römische Goldmünze verwendet, den Tremissis (»Drittelsolidus«) des Solidus.

        

Quadrans

Der Quadrans ist eine römische Münze, ein Viertel eines As, welche seit der späten Republik das kleinste Nominal des römischen Geldsystems darstellt.

In der frühen Republikzeit, zur Zeit der Aes-grave-Währung, wurde die Münze mit drei Punkten gekennzeichnet. Später entfielen die Kennzeichnungen und die Münzen wurden auf Kupfer/Bronze geschlagen. Eine Ausnahme bilden die Prägungen unter Kaiser Nero, der seine Quadrans auf Messing schlagen ließ. Das durchschnittliche Gewicht des Quadrans lag um 2,8 g.

      

Quadrans des Domitian

Das Revers der Münzen wurde, wie bei römischen Bronzen üblich, mit »SC« für Senatus Consulto gekennzeichnet, was übersetzt so viel bedeutet wie »Auf Beschluss des Senats«. Es dürfte sich bei dieser Bezeichnung allerdings mehr um eine Geste gehandelt haben, denn de facto lag die Hoheit des Münzwesens einzig und allein beim Kaiser.

Der Quadrans wurde - wie der Semis - von Anfang an nicht besonders häufig ausgeprägt und verschwand Mitte des 2. Jahrhunderts komplett von der Bildfläche. Im Kleinhandel behalf man sich deshalb schon früh mit geviertelten Asses oder ausländischen Kleinbronzen bzw. städtischen Marken.

      

Sextans (Münze)

Der Sextans war eine römische Münze im Wert von einem Sechstel As, also von zwei Unciae. Das Wertzeichen dieser Münze sind deshalb zwei Wertkugeln.

Der Sextans wurde zum ersten Mal zur Zeit der römischen Republik, etwa im Jahr 275 v. Chr. in Bronze geprägt. Die Motive auf den ersten Münzen unterscheiden sich; so sind auf den ersten Stücken Muscheln, Dioskurenköpfe oder Schildkröten abgebildet. 

Erst um das Jahr 220 v. Chr. wurden auf Avers und Revers einheitliche Motive festgelegt. So ist ab diesem Zeitpunkt auf nahezu jedem Sextans auf dem Avers der Kopf des Mercurius mit zwei Wertkugeln zu sehen, auf dem Revers hingegen eine Prora nach rechts mit zwei Wertkugeln, meistens steht ein »ROMA« darüber.

Ab dem Jahr 120 v. Chr. nahm die Prägung dieses Münznominals ab. Um 90 v. Chr. wurde die Prägung letztendlich eingestellt.

        

Uncia (Einheit)

Die Uncia (Mz. Unciae), (lateinisch für ein Zwölftel, deutsch etwa Unze) entspricht dem Zwölftel eines Asses, einer alten römischen Münz- und Gewichtseinheit.

Die Uncia ist die Grundeinheit, auf der die höherwertigen Nominalen basieren, wie z. B. As.

Die Münzgewichte der bronzenen Münzen As und Uncia unterlagen – im Gegensatz zu gleichnamigen Handelsgewichten für Waren – einer ständigen Gewichtsreduzierung auf Grund inflationärer Prozesse – beginnend im Verlauf des 3. Jhdt. v. Chr. 

Es begann eine Abkopplung der immer leichter werdenden Münzgewichte von den etwa gleichbleibenden Warengewichten gleichen Namens. Endlich entstanden Münzen mit dem Namen »Uncia« oder »As«, die aber nicht mehr eine Uncia oder ein As alten Gewichtes wogen. Ähnliche Prozesse erfolgten später auch bei der Gewichts-Mark und der Münze »Mark« oder bei der Lira.

So reduzierte sich das As mit dem (doppelten) Januskopf im Gussbild von etwa 300 g auf etwa 40 g in der relativ kurzen Zeitspanne von etwa 289 bis 211 v. Chr. in Rom, das sich unmittelbar in den Münzgewichten der gegossenen und geprägten Münzen wie As und Uncia und deren Mehrfachen und Teilstücken äußerte. In späteren Jahrhunderten wog die Münze »As« gar nur noch um 10 g nach mehreren Münzfußreduzierungen.

Entsprechend den Münzabwertungen folgt die Uncia dem Ass, bleibt aber weiterhin formal der zwölfte Teil des römischen Pfundes (libra mit ursprünglich etwa 327 Gramm = As im Libralen Standard bzw. weiter reduziert im späteren Semilibralen Standard).

Die Münz-Uncia zeigt um 211 v. Chr. auf dem Avers den Kopf der Roma mit Helm bzw. die Bellona, auf dem Revers die Prora mit dem Schriftzug »Roma« bei den in Rom gefertigten Münzen und einem eventuellen Münzmeisterzeichen. Später wurden andere Münzbildmotive gewählt.

Die Uncia hat einen Wertpunkt, der sich auf beiden Seiten befindet; die Diuncia (Sextans) mit dem Mercurius-Abbild hat entsprechend 2 Wertpunkte, der Triens (4 Unciae) mit dem Minerva-Abbild hat 4 Wertpunkte etc.

Die Halbunze ist die Semuncia, die häufig mit Jupiter und die Viertelunze ist die Quartuncia, die mit dem Herkules-Abbild gekennzeichnet war. Bei beiden Uncia-Teilstücken fehlen allerdings direkte Wertangaben im Gepräge.

Die Münzen As, die einfache und mehrfache Uncia und die ab etwa 211 v. Chr. neu hinzukommenden silbernen Denare, Quinare und Sesterze waren die ersten Münzen der Menschheit, die mit Punkten und alphanumerischen Münzwertkennzeichnungen – neben den figürlichen Abbildungen der jeweiligen Münzart – versehen waren. In späteren Jahrzehnten entfielen jedoch häufig die Münzwertkennzeichnungen wieder.

              

Quartuncia

Die Quartuncia (lat. »eine Vierteluncia«) entspricht dem Viertel einer Uncia.     

Maß

1 Quartuncia = 7,5 Gramm     

Münze

Die Quartuncia ist die Münze mit dem niedrigsten Nominalwert, die in der gesamten römischen Münzgeschichte geprägt wurde. Nur ein Typ dieser Einheit wurde bis heute gefunden. Diese Münze wurde in Rom wohl um das Jahr 215 v. Chr. geprägt. Auf der Münze ist kein Wertzeichen vorhanden. Das Avers zeigt einen nach rechts blickenden Kopf der Roma, auf dem Revers ist eine nach rechts weisende Prora abgebildet, darüber steht »Roma«.